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Interview Peter Henzel

Peter Henzel„Praxisnahe Ausbildung kommt unserer Branche entgegen“ - Peter Henzel hat seit Oktober eine Studentin der privaten Berufsakademie Erfurt in seinem Unternehmen

Peter Henzel, Geschäftsführer des Sächsischen Hofs in Meiningen hat sich entschieden, Praxispartner der privaten Berufsakademie (BA) in Erfurt zu werden. Seit Oktober durchläuft die 18-Jährige Heidi Wirth in seinem Unternehmen eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Hotelkaufrau und studiert an der BA Erfurt Hotel- und Tourismusmanagement. Im Interview berichtet der Hotelier von seinen bisherigen Erfahrungen mit der BA-Ausbildung.

Was spricht aus Ihrer Sicht für eine akademische Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe? 

Die klassische Ausbildung für Führungskräfte in der Hotelbranche muss neue Wege gehen. Ausbildung in einem der klassischen Berufe und die Hotelfachschule reichen nicht mehr aus um den komplexen und sich rasch weiter entwickelnden Anforderungen des heutigen Managements gerecht zu werden. Eine akademische Ausbildung im dualen System ist ein attraktives Angebot für Abiturienten, um sich als Führungskräfte für die Hotel- und Gaststättenbranche ausbilden zu lassen und stellt eine Anpassung an effizientere Bildungssysteme im europäischen Vergleich dar. Insofern war für mich die Herausforderung spannend eine Studentin an der BA anzumelden und einen Ausbildungsvertrag mit ihr zu machen.

Seit Oktober 2006 haben Sie eine Studentin an der, zu diesem Zeitpunkt neu gegründeten, privaten BA in Erfurt. Wie sind nun Ihre ersten Erfahrungen damit? 

Besonders überzeugend finde ich den wöchentlichen Rhythmus zwischen Schule und Betrieb. Kurze Intervalle zwischen den Ausbildungseinrichtungen fördern die Nachhaltigkeit und geben den Auszubildenden Möglichkeiten die erworbenen Theorien in die Praxis umzusetzen.

Wie haben Sie von dem Ausbildungsgang an der privaten BA in Erfurt erfahren? 

Das war relativ kurzfristig während einer Präsidiumssitzung des DEHOGA Thüringen. Dort haben wir das erste Mal über diese neue Form der Ausbildung gesprochen und unser Geschäftsführer Dirk Ellinger gab uns erste Informationen darüber. Davon, dass der direkte Studienbetrieb nun begonnen hat, habe ich dann in einer Präsentation im Rahmen unserer Fachgruppensitzung Hotellerie erfahren. Ich habe mich dann spontan entschlossen, dass dieser Studiengang genau das richtige wäre für eine Bewerberin, die bei mir die Ausbildung zur Hotelkauffrau absolvieren wollte.

Sie hatten eine Bewerberin, die bei Ihnen eine duale Ausbildung absolvieren wollte? 

Ja, ursprünglich war dies so, dass die Bewerberin eine Ausbildung an der staatlichen Berufsakademie für sich vorsah. Jedoch muss ich sagen, dass auf Grund der Größe unseres Unternehmens eine solche Ausbildung nur sehr schwer umsetzbar ist. Denn im Rahmen dieser Ausbildung finden nämlich drei Monate Vorlesung am Stück an BA statt und es folgt eine Ausbildungsphase von drei Monaten im Betrieb. Dies ist gerade in einem mittleren Unternehmen, wie eben meinem, nicht umsetzbar. Aus diesem Grund habe ich der Bewerberin angeboten die Ausbildung zur Hotelkauffrau bei mir zu absolvieren. Und insofern war dann der Ausbildungsvertrag an der privaten Berufsakademie in Erfurt für uns beide eine positive Wendung.

Was ist nun an der BA in Erfurt anders und für Sie aus der Sicht eines mittelständischen Unternehmers angenehm? 

Bislang ist dies vor allem die Organisation der Studientage. Diese sind an zwei Tagen in der Woche, nämlich am Mittwoch und am Freitag, so dass die restliche Zeit für die Ausbildung im Betrieb zur Verfügung steht. Diese Möglichkeit kommt dem Unternehmen sehr entgegen. Insofern kann die Studentin im Rahmen Ihrer praktischen Ausbildung alle Bereiche in meinem Hotel durchlaufen und Erfahrungen in allen Gebieten sammeln. Ich bin davon überzeugt, dass ihr das im späteren Berufsleben zugute kommen wird.

Nachdem Sie nun den Ablauf des BA-Studiums zwei Monate mitverfolgen konnten, welche Wünsche oder Verbesserungsvorschläge hätten Sie noch? 

Um noch mehr Unternehmen für die praxisnahe und aus meiner Sicht zukunftsfähige Ausbildung zu begeistern, wäre eine Organisation der Studientage an zwei aufeinander folgenden Tagen, unserer Branche entgegenkommend am besten am Montag und Dienstag, sehr sinnvoll. Damit wird der Einzugsbereich vergrößert, die Studenten können sich an den beiden Tagen, wo die Vorlesungen in Erfurt stattfinden auf die Theorie konzentrieren und stehen dann den Unternehmen für die übrigen drei Tage flexibel zur Verfügung.

 

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